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Global News » Toyota: Gaspedal-Panne nicht verschwiegen
Toyota: Gaspedal-Panne nicht verschwiegen 05.02.2010 - 17:09 von |F2D|H@fry
Medien berichten, der japanische Autobauer Toyota habe schon seit 2007 von den defekten Gaspedalen gewusst. Das Unternehmen wies diese Vorwürfe allerdings zurück.
Der Autobauer Toyota hat Vorwürfe zurückgewiesen, schon 2007 von den Problemen mit klemmenden Gaspedalen gewusst und nichts unternommen zu haben. Zwar habe ein Testfahrer beim Model Auris im August 2007 vom Gefühl eines klemmenden Gaspedals berichtet, sagte der Sprecher von Toyota Motor Europe, Etienne Plas. Daraufhin habe Toyota umfangreichen Tests in Europa und Japan vorgenommen. Dabei sei das Problem aber nicht aufgetreten. "Es gab für uns überhaupt keinen Grund, von einem klemmenden Pedal zu sprechen", sagte Plas.
Im Jahr 2008 seien dann 26 Kundenbeschwerden bekannt geworden und im August 2009 schließlich das Design des Gaspedals bei der Produktion geändert worden. Die "Wirtschaftswoche" hatte berichtet, der Autobauer habe bereits seit 2007 von klemmenden Gaspedalen in seinen Fahrzeugen gewusst. Das Toyota-Management sei damals ausdrücklich und mehrmals auf die Probleme hingewiesen worden. Der Fahrer des betroffenen Wagens habe nach Aussagen von beteiligten Personen während der Fahrt den Fuß unter das Pedal schieben müssen, um es in die Ausgangsstellung zurückzuziehen.
Sprecherin dementiert
Nach Japanischen Medienberichten erwägt Toyota indessen auch, in Japan und den USA den bislang äußerst erfolgreichen Hybridwagen Prius wegen Problemen mit den Bremsen in die Werkstätten zurückzurufen. Die gewöhnlich gut informierte Wirtschaftszeitung "Nikkei" berichtete unter Berufung auf nicht genannte Quellen, Toyota habe dies bereits entschieden. Betroffen seien rund 270.000 Prius-Modelle der jüngsten Generation. Eine Toyota-Sprecherin dementierte dies jedoch.
Es gebe keine Entscheidung über einen Rückruf. "Wir sind im Prozess, einzelne Fälle zu prüfen", sagte die Sprecherin. "Nikkei" will jedoch erfahren haben, dass der weltgrößte Autobauer schon in Kürze den Rückruf bei den Transportministerien in Japan und den USA melden werde. Dabei gehe es darum, bei Autos der im Mai auf den Markt gekommenen dritten Generation des Prius das Kontrollprogramm für das ABS-System zu ändern. Betroffen seien nur Fahrzeuge, die zwischen Mai und Dezember ausgeliefert worden seien.
Hunderttausende weitere Rückrufe möglich
Der neue Prius war noch im Januar das bestverkaufte Auto in Japan. Dort verkaufte Toyota 170.000 Wagen des Modells, in den USA rund 100.000. Laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo hat Toyota bereits in Japan damit begonnen, eine veränderte Software an die Händler auszusenden. Gegenwärtig wird das ABS-System als Grund dafür gesehen, dass die Bremsen beim Fahren über unebene oder rutschige Straßen kurzzeitig nicht funktionieren.
Sollte es zum Rückruf kommen, könne sich dieser weltweit ausdehnen, da Toyota zum Ende vergangenen Jahres rund 310.000 Autos des neuen Modells in etwa 60 Ländern verkauft habe. Laut der "Nikkei" könnten darüber hinaus auch Toyotas Hybrid HS250h der Luxusmarke Lexus sowie das Modell Sai davon betroffen sein, da in diesen Fahrzeugen das gleiche Bremssystem wie im Prius verbaut worden sei.
Einfach fester drauftreten
Am Vortag hatte Toyota erklärt, es könne passieren, dass die Besitzer des neuen Prius eine zeitliche Verzögerung beim Anziehen der Bremsen spüren. Doch dieses Problem lasse sich gewöhnlich durch festeres Treten auf die Bremse beheben.
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde nahm unterdessen eine Untersuchung des Falles auf, nachdem 124 Beschwerden von Kunden eingegangen waren. Es habe vier Berichte über Unfälle in diesem Zusammenhang gegeben. Auch Japans Transportministerium hat sich der Thematik angenommen und will herausfinden, ob es Probleme mit Toyotas Umgang mit den Klagen gab.
Gespräche mit Behörden
Laut Kyodo hatte Toyota ohnehin geplant, freiwillig kostenlose Reparaturen vorzunehmen. Doch führe der Konzern angesichts wachsender Sorgen unter Kunden nach dem Rückruf von Millionen Autos wegen klemmender Gaspedale Gespräche mit den Behörden in Japan und den USA, einen Schritt weiterzugehen und auch den Prius in die Werkstätten zu holen.
Toyota hatte zuvor angekündigt, trotz des Rückruf-Debakels in diesem Geschäftsjahr den operativen Verlust deutlich zurückfahren und unter dem Strich sogar in die Gewinnzone zurückkehren zu können.