Szene News » Loveparade Katastrophe - 20 Tode, 511 Verletzte
Szene News

Loveparade Katastrophe - 20 Tode, 511 Verletzte
25.07.2010 - 15:16 von |F2D|BuLLeT


Wer trägt die Schuld an der Katastrophe?

Die Massenpanik in dem Tunnel auf dem Loveparade-Gelände forderte 19 Menschenleben. Die Kritik am Sicherheitskonzept wird lauter. Laut Augenzeugen gab es im Tunnel keine Ausweichmöglichkeiten.

Nach der Massenpanik mit mindestens 19 Toten und 342 Verletzten bei der Loveparade hat die Suche nach den Verantwortlichen begonnen. Augenzeugen äußerten scharfe Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen bei dem Raver-Spektakel mit mehr als einer Million Teilnehmern. Politiker forderten eine genaue Untersuchung des tragischen Vorfalls, bei dem nach Polizeiangaben mehr als 340 weitere Menschen verletzt wurden.

Das Unglück ereignete sich am Samstag kurz nach 17.00 Uhr an einem überfüllten Tunnel, dem einzigen Zugang zu dem Partygelände am alten Duisburger Güterbahnhof. Der Duisburger Ordnungsdezernent Wolfgang Rabe sagte in der ARD, die späteren Opfer seien offenbar an einer Tunnelwand hochgeklettert und abgestürzt. Nach ersten Angaben der Polizei wurden im Bereich des Tunnels "Menschen überrannt". Ermittlungen zur Klärung des genauen Unfallhergangs wurden eingeleitet.
Loveparade war schlecht organisiert

Eine Raverin sagte Fernsehen, im Tunnelbereich habe es "einfach gar keine Ausweichmöglichkeit" gegeben. Patrick Günther, ein 22-jähriger Bäcker aus dem Kreis Mannheim, sagte, die Organisation sei schlecht gewesen, außer Alkohol habe es schnell nicht mehr viel zu trinken gegeben. "Und obwohl es voll war, haben die immer mehr Leute reingelassen."

Auch Loveparade-Gründer Dr. Motte kritisierte in seinem Internet-Blog die Sicherheitsvorkehrungen. Ein einziger Zugang durch einen Tunnel berge "die Katastrophe in sich". An der zum dritten Mal im Ruhrgebiet veranstalteten Loveparade hatten laut Organisatoren über den gesamten Tag verteilt 1,4 Millionen Menschen teilgenommen. Nach dem Unglück wurden laut Polizei alle Notausgänge des Areals geöffnet, die für den Verkehr gesperrte Autobahn 59 neben dem Güterbahnhof wurde als Fluchtweg freigegeben.
Veranstaltung sollte in Ruhe ausklingen

Die Techno-Party wurde trotz der Tragödie noch eine Weile fortgesetzt. Der städtische Krisenstab habe gewollt, "dass diese Veranstaltung in Ruhe ausklingt" und keine Panik entstehe, begründete Ordnungsdezernent Rabe die Entscheidung.

Die Veranstalter der Loveparade sprachen den Angehörigen der Opfer in einer Internetmitteilung ihr Beileid aus. "Unser Anliegen, ein fröhliches Miteinander von Menschen durchzuführen, ist heute von den tragischen Unglücksfällen überschattet worden", hieß es in der kurzen Erklärung auf der Internetseite http://www.loveparade.net, die auf völlig schwarzem Hintergrund erschien. Unter den Todesopfern waren nach ersten Erkenntnissen auch eine 27-jährige Australierin, eine Italienerin und ein 22-jähriger Niederländer.

Nach der Tragödie haben die Veranstalter den Livestream auf ihrer Homepage eingestellt. Stattdessen stellten sie einen mit scharzer Farbe unterlegten Trauertext auf die Website mit folgenem Wortlaut: "Unser Anliegen, ein fröhliches Miteinander von Menschen durchzuführen, ist heute von den tragischen Unglücksfällen überschattet worden. Daher beenden wir den Livestream zur Loveparade. Unser aufrichtiges Beileid gilt allen Angehörigen und unsere Gedanken sind bei denjenigen, die derzeit noch versorgt werden müssen.


Quelle: http://www.n24.de
31 Kommentare News empfehlen Druckbare Version nach oben